Gemüse – dieses Mal fermentiert

fullsizeoutput_744.jpegAuch unseren Vorfahren war die Heilkraft von rohem fermentiertem Gemüse bekannt , genauso wie  in vielen Kulturen auf der Welt.

Fermentiertes Gemüse war auch bei uns einst wichtiger Bestandteil der Wintervorräte. Sie sorgten in der gemüse- und salatarmen Jahreszeit für eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Neben ihrem köstlichen Geschmack liefern fermentierte Gemüse ausserdem lebendige Bakterienkulturen. Diese sind überlebenswichtig für eine gesunde Darmflora, stärken unsere Abwehrkräfte und machen immun gegen viele Krankheiten.

Den meisten Menschen heute nur noch das Sauerkraut bekannt, welches meist als Konserve angeboten wird, das wiederum kaum mehr Lebendigkeit mehr enthält.
Fermentiertes, auch milchsauervergorenes Gemüse ist lebendige Nahrung, die natürliche Enzyme und aktive Milchsäurebakterien enthält.

Gerade diese nützlichen Winzlinge können Grosses vollbringen. Sie schaffen ein gesundes ausgewogenes Milieu in unseren Verdauungsorganen und harmonisieren unsere Darmflora.

Ein grosser Teil unseres Immunsystems befindet sich im Darm.

Ist unser Darm gesund, haben unwillkommene Eindringlinge (schädliche Bakterien, Parasiten, Pilze), aber auch viele chronische Krankheiten keine Chance mehr.
Die aktiven nützlichen Mikroorganismen in frischem fermentiertem Gemüse können daher bei zahlreichen Verdauungs- und Gesundheitsstörungen ausserordentlich hilfreich sein. Candida (Darmpilzbefall), Magengeschwüre, Colitis ulcerosa (eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Koliken, eine Vielzahl von Lebensmittelallergien, Blasenentzündung oder vaginale Pilzinfektionen sind einige der zahlreichen Einsatzgebiete dieser nützlichen Bakterien.
Auch unkontrollierter Appetit kann verschwinden.
Wenn im Darm die schädlichen Mikroorganismen dominieren, dann entwickeln wir oft ein unkontrolliertes Verlangen nach bestimmten – meist ungesunden – Nahrungsmitteln, wie z. B. Süssigkeiten oder Nudeln. Wer verstärkt rohes fermentiertes Gemüse in seine Ernährung einbaut, der wird bald feststellen, dass sich diese seltsamen Gelüste im Laufe der Zeit verflüchtigen.
Ausserdem ist in frischen fermentierten Lebensmitteln ein sehr hoher Gehalt an Vitaminen und Phytonährstoffen vorhanden. Phytonährstoffe werden manchmal auch als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet. Es handelt sich um natürliche bioaktive Substanzen, die nur in pflanzlicher Nahrung vorkommen und in unserem Körper antioxidativ, immunstimulierend und gerinnungshemmend zur Tat schreiten. Mit diesen Eigenschaften wirken sie den wichtigsten aller heutigen Todesursachen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen.

Mittlerweile gibt es sogar Studien die einen Zusammenhang zwischen unseren Darmbakterien und unserer Gehirnleistung in Zusammenhang bringen…. es spricht also alles für eine gesunde Darmflora..

Fermentiertes Gemüse im Handel ist oft wertlos
Im Handel ist fermentiertes Gemüse selten geworden. Oft gibt es in den Läden nur noch Sauerkraut – in Gläsern oder Dosen. Dieses Sauerkraut ist pasteurisiert, also nicht mehr roh und enthält daher auch keine nützlichen Eigenschaften mehr. Manche Naturkostläden, Feinkostgeschäfte oder Hofläden bieten noch den Verkauf von frischem rohem Sauerkraut an.
Du kannst jedoch fermentiertes Gemüse auch selbst herstellen.

Das Ergebnis sind hochwertige Produkte, die Du in dieser Qualität nirgends kaufen können. Produkte, mit denen Du deine Gesundheit unterstützen und deinem Leben eine gute Qualität verleihen und es  verlängern kannst.
So stellst Du Dir Dein eigenes fermentiertes Gemüse her:
Hobel oder reibe  Kohl, Karotten, Rote Bete, Rüben, Knoblauch, Zwiebeln, etc. so fein wie möglich. Gib  dann etwas hochwertiges Kristallsalz und/oder Meeressalz , Wacholderbeeren oder einige Kümmelkörner hinzu. Rühre bzw knete die Mischung (ungefähr zehn Minuten lang), damit sich Saft (Lake) bildet. (Zieh Handschuhe an glaub mir… s besser)
Schichte dann das Gemüse dicht in ein geeignetes Gefäss, z. B. einen Topf aus Keramik. Bedecke das Gemüse mit einem Teller oder einem anderen Deckel, der gut auf das Gefäss passt, so dass keine Luft an das Gemüse kommen kann. Der Teller bzw. Deckel muss direkt auf dem Gemüse aufliegen.
Darauf kommt ein sauberes Gewicht (z. B. ein mit Wasser gefülltes Einmachglas), welches die Gemüsemischung nach unten drückt und die Lake aufsteigen lässt, so dass die Lake das Gemüse (und evtl. auch den Deckel/Teller) bedeckt. Über das Gefäss spannest Du ein sauberes Tuch oder ein engmaschiges Mückennnetz, um Staub und Fliegen fernzuhalten.
Das Gefäss sollte für 3 bis 7 Tage, möglicherweise auch noch länger – das hängt von der Lufttemperatur und Ihrem Geschmack ab – an einem Ort aufbewahrt werden, wo die Temperatur zwischen 15 und 22 Grad Celsius beträgt. (Je länger das Gemüse fermentiert, desto intensiver wird Ihr geschmackliches Erlebnis sein.)
Während der Zeit der Fermentation vermehren sich die nützlichen Bakterien und wandeln den Zucker und die Stärke, die natürlicherweise im Gemüse vorkommen, in Milchsäure um. Schaue bitte jeden Tag nach Deinem Gemüse und schöpfe nur jegliche Unreinheiten ab. Dem Kraut selber kann nichts passieren, da es unter der Lake durch die anaerobe (sauerstofffreie) Umgebung sicher ist. Sobald der gewünschte Geschmack erreicht ist, füllst Du das Gemüse in Schraubverschluss- oder Einmachgläser ab, verschliessen diese und bewahrst es im Kühlschrank auf.

Fermentiertes Gemüse kannst Du mit jeder Mahlzeit kombinieren. Es kann gekühlt bis zu sechs Monaten aufbewahrt werden. Dieses Gemüse ist preiswerter als probiotische Produkte und es enthält lebenswichtige Enzyme sowie wertvolle lebendige Milchsäurebakterien, die auch nach einer längeren Lagerzeit in Ihrem Vorratsschrank noch vorhanden und für Deine Gesundheit aktiv werden.

In Asien heisst dieses Gemüse KIMCHI und wird meistens sogar scharf eingelegt, ich liebe es… bald Rezepte hier am Blog… eure Claudchi

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