Ayurvedische Bohnensuppe zum Entlasten angelehnt an das Rezept von Kerstin Rosenberg, die übrigens auch gut zum „To-go“ geeignet ist, einfach in die Thermoskanne einfüllen und mitnehmen. Mahlzeit

Zutaten
- 90 g Bohnen, vorzugweise grüne Mungobohnen, bitte mindestens 3-4 Stunden vorher einweichen
- 30 g Reis, vorzugsweise Basmati-Reis, bitte mindestens 3-4 Stunden vorher einweichen
- ½ TL Kreuzkümmelsamen ganz
- 1 MS Hing
- 1 MS Ajwainsamen
- 1 Karotte oder Petersilwurze
- 1 Frühlingszwiebel
- Frische Petersilie oder Koriandergrün
- ½ Zitrone oder Limette
- Steinsalz
- Schwarzer Pfeffer
- Ghee
Zubereitung
- Reis- und Bohnen in getrennt voneinander mit Wasser bedecken und für mindestens 3-4 Stunden einweichen. Anschließend durch ein Sieb abgießen, nochmals durchwaschen und etwas abtrocknen lassen. Das könnt ihr auch schon am Vorabend bzw Nachmittag machen und über Nacht trocknen lassen. Müsst ihr aber nicht.
- Ein Teelöffel Ghee in einem Topf erhitzen, ½ TL Kreuzkümmelsamen und eine Messerspitze Hing zufügen, dann abgetrockneten Reis- und Mungobohnen unter Rühren anrösten. Mit 1,5 Liter Wasser (gerne auch Ingwerwasser) aufgießen und für mindestens eine halbe Stunde weich Kochen lassen.
- Karotte(Petawurzn) und Frühlingszwiebel schälen und fein schneiden. In einem kleinen Topf nochmals einen Teelöffel Ghee erhitzen. Etwas Ajwainsamen darin anrösten, Zwiebel und Karotte zufügen und schmoren lassen. Salz zufügen, der Suppe hinzugeben. Gemeinsam 5 Minuten köcheln lassen.
- Nun die Suppe mit genügend Salz, etwas schwarzem Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und frisch gehackter Blattpetersilie (oder Koriandergrün) abschmecken.
Leinsamen-Chutney
Zutaten
- 100 g Leinsamen, ungeschrotet
- 1-2 EL Sesamsamen, ungeschrotet
- 2- 3 Knoblauchzehen
- Cuminsamen
- Fenchelsamen
- Frischer Ingwer
- Kurkuma
- Salz
- 1 TL frischer Rosmarin
- Curryblätter (wenn vorhanden) Bohnenkraut geht auch
- Steinsalz
- Ghee
Zubereitung
- Leinsamen für einige Minuten in einer Pfanne unter Rühren anrösten bis er nussig riecht, dann aus der Pfanne in eine Schüssel umfüllen. Sesamsamen in der heißen Pfanne anrösten, den Leinsamen hinzufügen. Cuminsamen in der heißen Pfanne anrösten, den Samen hinzufügen.
- Knoblauchzehen und Ingwer fein schneiden. Etwas Ghee in der Pfanne erhitzen, Knoblauchzehen und Ingwer anrösten, dann eine Messerspitze Kurkuma, frischen Rosmarin und Curryblätter zugeben, unter Rühren eine weitere Minute rösten.
- Alles zusammen mischen, abkühlen lassen und im Mörser (oder Gewürzmühle) fein mahlen.
Was macht das jetzt mit uns:
Aus ayurvedischer Sicht und im Verständnis von Hildegard von Bingen lässt sich dieses Gericht sehr stimmig als wärmend, aufbauend und ausgleichend für Verdauung und Stoffwechsel einordnen – allerdings mit leicht unterschiedlicher Interpretation der Wirkmechanismen.
Ayurvedische Wirkung
1. Agni (Verdauungsfeuer) wird gestärkt
Die Kombination aus:
- Mungdal (leicht verdauliches Eiweiß)
- Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer, evtl. Ajwain
- Ghee
wirkt:
- dipana (appetitanregend)
- pachana (verdauungsfördernd)
Ergebnis:
Das Gericht unterstützt ein stabiles Agni, ohne es zu überlasten.
2. Dosha-Wirkung
- Vata → wird beruhigt (warm, ölig, weich) gerne mehr Ghee verwenden
- Pitta → wird moderat reguliert (nicht zu scharf, kühlende Kräuter) evt vorher eine Dattel essen, gut kauen
- Kapha → wird reduziert (durch Gewürze und leichte Entlastung) gerne mehr Pfeffer oder auch mal frischen Ingwer
Insgesamt ein tridosha-ausgleichendes Gericht, mit leichtem Fokus auf Vata-Beruhigung.
3. Wirkung auf die Gewebe (Dhatus)
- Mungdal nährt Rasa Dhatu (Plasma/Flüssigkeiten) ohne zu belasten
- Unterstützt sanfte Ojas-Bildung (Vitalität, Immunkraft)
- Leinsamen-Chutney liefert Schleimstoffe → wirkt leicht schützend auf Schleimhäute

Perspektive nach Hildegard von Bingen
4. Mentale Wirkung
- Erdend, stabilisierend
- Klarheit ohne Schwere
- Unterstützt ein ruhiges Nervensystem (v. a. durch warme, gekochte Nahrung)
Im Verständnis von Hildegard von Bingen steht dieses Gericht im Zeichen von:
- “gerechter Ordnung der Körpersäfte”
- Wärme als heilendes Prinzip
- bekömmlicher, einfacher Nahrung
1. Ausgleich der Körpersäfte
- Die Suppe wirkt:
- nicht reizend
- nicht schwer
- gut verwertbar
Unterstützt eine harmonische Balance von:
- Blut
- Schleim
- „schlechten Säften“ (in Hildegards Sprache)
2. Heilsame Einfachheit
Hildegard würde dieses Gericht als:
- reinigend
- kräftigend ohne Überforderung
- klar strukturiert in der Verdauung bewerten.
Die Gewürze (z. B. Kreuzkümmel, Fenchel-ähnliche Komponenten) entsprechen ihrem Prinzip von: “Speisen sollen zugleich Nahrung und Arznei sein”
3. Wirkung auf die Mitte (Magen/Darm)
- Warmes, gekochtes Essen stärkt die „Mitte“
- Fördert eine gute Transformation der Nahrung
- Verhindert „Schwäche der Verdauungskräfte“
Gemeinsame Kernaussage beider Systeme
Beide Perspektiven treffen sich in einem zentralen Punkt:
Dieses Gericht ist:
- leicht verdaulich
- wärmend
- regulierend
- nährend ohne zu beschweren
Kurz zusammengefasst
Dieses ayurvedisch-hildegardische Gericht:
- stärkt die Verdauungskraft
- beruhigt das Nervensystem
- entlastet den Stoffwechsel
- fördert innere Stabilität und Klarheit
- unterstützt Regeneration und Vitalität